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Wein- Kulturreise Erzherzog Johanns von Graz nach Maribor

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Lernen Sie das Weinbau- und Weineldorado „par exellence“ kennen! Beide Steiermarks, die slowenische und die österreichische sowie ihre Weinstraßen sind auf die überaus reiche Weinkultur und all jenes, was mit ihr verbunden ist – einschließlich der Spitzenweine – sehr stolz.

Einer der verdienstvollsten Männer diesbezüglich ist der bekannte Habsburger Erzherzog Johann, der sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in diese Orte verliebte, ihrem wirtschaftlichen Aufschwung verhalf und sie in die modernen Flüsse der Weinproduktion einbezog; nicht zuletzt hat er auf diesem goldenen Fleckchen Erde in Mitteleuropa auch sein Heim gefunden.

Auf den Weinstraßen der österreichischen Steiermark …

Als seine ständige Residenz wählte Erzherzog Johann das Schloss Stainz, das einstige Augustinerkloster, das er gemeinsam mit der dortigen Grundherrschaft im Jahre 1840 kaufte. Gerade Stainz ist der Mittelpunkt der ersten von drei Weinstraßen auf österreichischer Seite der Grenze, über welche die Weinreise Erzherzog Johanns führt. Man nennt sie Schilcher Weinstraße. Die markanteste Station nach Stainz auf Johanns Reise Richtung Süden ist Kitzek, das Zentrum der Sausaler Weinstraße. Noch weiter südlich stoßen wir auf reizende Ortschaften wie Ehrenhausen, Gamlitz und Leutschach, die man 'tragende Säulen' der Südsteirischen Weinstraße nennt. Diese 'lehnt' sich an die Grenze mit Slowenien, welche die beiden Länder heute eher verbindet als trennt.

Weinstraßen der Štajerska (slowenische Steiermark)

Auch auf der südlichen, der slowenischen Seite der Grenze, der historischen Štajerska, kommt die Weinreise Erzherzog Johanns mit drei Weinstraßen beziehungsweise markanten Orten, die sie kennzeichnen, in Berührung. Der erste ist der fast 600 Meter hohe Gipfel von Sv. Urban, ein Reliefsymbol der Oberen Weintourismusstraße von Slovenske gorice. Dicht unter ihm, nur eben auf südöstlicher Seite, liegt Maribor, die zweitgrößte Stadt Sloweniens mit der ältesten edlen Rebe weltweit. Dort windet sich direkt in das nördliche und östliche Hinterland des reichen Weinbaugebiets die Mariborer Weinstraße. Und hier ist schließlich auch noch die Weinstraße unterhalb des Pohorje-Gebirges, eingeteilt in einzelne Abschnitte, deren Anfang in ihrem oberen Teil in Meranovo oberhalb von Limbuš liegt. Das war eine der bedeutendsten Stationen in der Steiermark im Leben Erzherzog Johanns. Hier kaufte er im Jahre 1822 das Anwesen, das er sich zu einer lieblichen einstweiligen Residenz und einem natürlichen 'Labor' zur Verkostung und zur Schulung mitgebrachter neuer Weinsorten machte, woraus bald ein Ausbildungszentrum für fortschrittliche Weinbauern und Winzer wurde.

ERZHERZOG JOHANN, APOSTEL DER STEIRISCHEN WEINBERGE

Erzherzog Johann gründete im Jahre 1828 die Versicherungsgesellschaft Grazer Wechselseitige, die wir heute bei uns unter dem Namen Grawe kennen. Das war eine seiner Tätigkeiten, die sich auf die Verbesserung der Wirtschaft im damaligen Land Štajerska  (Steiermark) bezogen. Die Versicherung wurde von dem bekannten Habsburger in sein Konzept der allseitigen Entwicklung, in dem die Landwirtschaft einen besonderen Platz einnahm, integriert. Daher stammt auch seine Idee über die Gründung von Kmetijska družba (Landwirtschaftsgesellschaft), die im März 1819 in Graz entstand und im Oktober des gleichen Jahres wurden zwei Außenstellen in Maribor und Celje gegründet.

Der wirtschaftliche Fortschritt, dem sich Erzherzog Johann hingab, weitete sich auf die südliche Steiermark aus, wo auch die Gegend von Maribor einen zentralen Platz einnahm. Der am 20. Januar 1782 im Palast Pitti in Florenz geborene Erzherzog Johann pflegte bei seinen zahlreichen Neigungen zu Neuheiten insbesondere seine Beziehung zum Weinbau. Der Weinbau der Steiermark war zu Zeiten Erzherzog Johanns äußerst rückständig, in den Weinbergen wuchsen viele Sorten, die allerdings nur wenig Ertrag einbrachten und deren Versorgung unfachmännisch war. Da der Erzherzog die Verhältnisse des Weinbaus am Rhein und die Qualität der Rheinweine sehr gut kannte, entschied er sich, diese Rebsorten in der Steiermark anzupflanzen.

Als Zentrum, wo er versuchsweise die Rebsorten der Rheingegend anbauen wollte, wählte er die Umgebung von Pekre und Limbuš, wo er im Jahre 1822 ein Gut kaufte, das jetzt unter dem Namen Meranovo bekannt ist.

1823 begann er mit der Anpflanzung neuer Rebsorten in Pekre. Bereits die erste Weinlese im Jahre 1826, an welcher der Erzherzog persönlich teilnahm, erwies sich als außerordentlicher Erfolg; seither weilte er öfter hier. Die Weinberge wurden so angesehen und bekannt, dass auf dem Gut Meranovo im Jahre 1832 eine Weinbauschule gegründet wurde, der sich später noch ein Fonds zur Prämierung der Winzer anschloss.

Neben den wirtschaftlichen Verdiensten machte sich Erzherzog Johann auch auf dem Gebiet der Kultur einen Namen. Daran erinnert vor allem das Steirische Landesmuseum in Graz, welches vom Erzherzog im Jahre 1811 gegründet und nach ihm als Joanneum genannt wird. Er verstarb am 11. Mai des Jahres 1859 in Graz und fand dort zunächst seine letzte Ruhestätte. Zehn Jahre später wurden seine sterblichen Überreste in das Schloss Schenna in Südtirol, im heutigen Italien, überführt. Die südliche Steiermark erwies sich dem Erzherzog dankbar und setzte ihm im Jahre 1883 in Maribor ein Denkmal. Dieses wurde im Jahre 1918 aus dem Stadtpark entfernt und steht jetzt im Regionalmuseum der Stadt. Eine Kopie dessen schmückt das Gut Meranovo.